Bekämpfung

Spinnmilben bekämpfen

Spinnmilben können vor allem in warm-trockenen Sommern im Garten und Landschaftsbau oder aber im Herbst und Winter in Gewächshäusern und auf der Fensterbank großen Schaden an Pflanzen anrichten. Am besten schützt man Haus und Garten mittels einiger Vorbeugemaßnahmen. Zeigt eine Pflanze erste Symptome eines Spinnmilben-Befalls, so können einige bewährte Hausmittel sowie Pflanzenstärkungsmittel Abhilfe schaffen. Auf Dauer können Raubmilben als natürliche Feinde der Spinnentiere vor allem Innenräume schädlingsfrei halten. Nur bei einem schweren Befall empfiehlt es sich die Spinnmilben mit chemischen Mitteln zu bekämpfen, besonders hier lohnt es sich aber die angebotenen Produkte genauer unter die Lupe zu nehmen.

Spinnmilben Bekämpfung auf einen Blick
  • Spinnmilben lieben Wärme und Trockenheit
  • Richtiges Raumklima (Luftfeuchtigkeit) zur Vorbeugung enorm wichtig
  • Bei mäßigem Befall helfen Raubmilben gegen Spinnmilben
  • Bei starkem Befall helfen chemische Insektizide (Acequinocyl)

Dem Spinnmilbenbefall vorbeugen

Spinnmilben Luftfeuchtigkeit Vorbeugung

Ein feuchtes Raumklima ist wichtig, um einem Spinnmilbenbefall vorzubeugen.
Bildquelle: © M. Schuppich / fotolia.com

Einen Spinnmilben-Befall im Vorfeld zu verhindern bedeutet vor allem die Lebensbedingungen in Haus und Garten für die Pflanzenschädlinge ungünstig zu gestalten. Spinnmilben lieben Wärme und Trockenheit und können sich bei guten Bedingungen explosionsartig vermehren, daher gilt es in heißen Sommern regelmäßig für Feuchtigkeit im Garten und für Abkühlung im Gewächshaus zu sorgen. Die Pflanzen regelmäßig abduschen, besonders die Unterseite der Blätter, da sich die Spinnmilben dort gerne aufhalten. Auch vor Witterung geschützte Orte werden von Spinnmilben gerne aufgesucht. So gilt es im vornherein den Pflanzenschädlingen möglichst wenig Schutzraum zu gewähren und geschützte Pflanzen auch mal der Witterung auszusetzen.
In den Wintermonaten sollte man auf der Fensterbank und im Gewächshaus für ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit sorgen: Zimmerpflanzen einsprühen und Töpfe auf breite Untersetzer mit etwas Wasser stellen, so dass dieses verdunsten kann. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann der Einsatz eines Luftbefeuchters sinnvoll sein.

Hausmittel gegen Spinnmilben

Bei einem leichten Spinnmilben-Befall hat sich der Einsatz von Rapsöl als Spritzmittel bewährt. Bei Kontakt mit den Pflanzenschädlingen verklebt das Öl deren Atemöffnungen (so genannte Tracheen), so dass diese schnell ersticken. Die Pflanzen müssen hierbei gleichmäßig und vor allem lückenlos eingesprüht werden (Blattunterseiten beachten!). Es sind mehrere Behandlungen im Abstand von je einer Woche notwendig, um die Spinnmilben effektiv zu bekämpfen. Ein ölhaltiges Spritzmittel kann man einfach selber herstellen, indem man Wasser und Rapsöl mischt (Verhältnis 4 Wasser : 1 Rapsöl – Achtung: Vor dem Gebrauch sorgfältig schütteln!). Weiterhin ist Naturen Schädlingsfrei auch als anwendungsfertiges Sprühmittel im Handel erhältlich.

Naturen Schädlingsfrei gegen Spinnmilben

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Rapsöl gegen Spinnmilben
  • natürliches Pflanzenöl bekämpft Spinnmilben an Zierpflanzen
  • Vor Gebrauch die Flasche kräftig schütteln, Pflanzen gleichmäßig einsprühen, besonders die Blattunterseiten beachten
  • Nicht bei starker Sonneneinstrahlung besprühen!

Pflanzenstärkungsmittel zur Vorbeugung

Eine gängige Methode den Pflanzenschädlingen vorzubeugen, ist außerdem die Stärkung der Pflanzen. Denn geschwächte Pflanzen können deutlich einfacher befallen werden von Spinnmilben. Neben ausreichendem Gießen und Düngung empfiehlt sich weiterhin die Behandlung mit Pflanzenextrakten, um das Blattgewebe zu stärken. Zu erwähnen wäre hier das Neudorff Schachtelhalm Extrakt. Dieser natürlich hergestellte Kräuterextrakt enthält neben wirksamen Pflanzenstoffen vor allem Kieselsäure, die nachweislich das Blattgewebe stärkt und somit den Spinnmilben das Anstechen der äußeren Epidermis erschwert.

Schachtelhalmextrakt gegen Spinnmilben

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Pflanzenstärkungsmittel gegen Spinnmilbenbefall
  • Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von Kieselsäure
  • Kann als Gieß- oder Spritzmittel angewendet werden
  • Achtung: muss vor der Anwendung stark verdünnt werden. Herstellerangaben beachten!

Biologische Bekämpfung mit Raubmilben

Eine bewährte und gleichwohl sehr ökologische Methode Spinnmilben zu bekämpfen ist der Einsatz von Raubmilben (Phytoseiulus persimilis). Die so genannten PP-Raubmilben sind dabei besonders effektiv im Wintergarten und Gewächshaus und werden im ökologischen Landbau schon seit Jahren erfolgreich als Alternative zur chemischen Bekämpfung von Spinnmilben eingesetzt. Die Raubmilben ernähren sich räuberisch von anderen Insekten, so auch von Spinnmilben. Sie können gezielt alle Stadien der Spinnmilben (Eier, Larven, Nymphen sowie Adulte) aufspüren, töten und aussaugen. Und dabei sind sie sehr effektiv: Eine Raubmilbe kann im Laufe ihres kurzen Lebens bis zu 200 Eier und 50 erwachsene Spinnmilben fressen. Man bekommt die Nützlinge als Eier geliefert und setzt sie in Gewächshaus oder Garten aus, die Raubmilben beginnen direkt nach dem Schlüpfen mit der Jagd auf die Spinnmilben. Bei ausreichendem Nahrungsangebot etabliert sich langfristig eine Raubmilben-Population, die nachhaltig eine Ausbreitung von Spinnmilben verhindert. Es entsteht ein für Ihre Pflanzen gesundes, ökologisches Gleichgewicht.

Nützlinge gegen Spinnmilben

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Raubmilben gegen Spinnmilben
  • Raubmilben sind natürliche Feinde der Spinnmilben und können als Nützlinge in Haus und Garten eingesetzt werden
  • sehr effektiv in Wintergärten sowie Gewächshäusern
  • Einfache Ausbringung der Nützlinge mit nachhaltigem Effekt
  • Achtung: Nützlinge können bei extremen Temperaturen nicht ausgeliefert werden, da es sich um lebende Organismen handelt

Chemische Bekämpfung von Spinnmilben

Seit Nützlinge flächendeckend auch in der Landwirtschaft effektiv eingesetzt werden, sinkt der Einsatz von chemischen Insektiziden gegen Spinnmilben. Und das zu Recht, denn viele der früher eingesetzten chemischen Verbindungen schädigten die Böden auf lange Sicht, wirkten auch tödlich gegen Bienen und andere Nützlinge und die Spinnmilben entwickelten Resistenzen. Innerhalb der Entwicklung von so genannten Akariziden (Pestizide zur Bekämpfung von Milben und Zecken) hat sich in den letzten Jahren allerdings viel getan. Neue Wirkstoffe ohne Schwefel- oder Kupferanteilen und niedrigere Dosierungen schonen Böden und andere Insekten. Zu empfehlen wäre hier Spinnmilbenfrei von Dr.Stähler, welches den neuen Wirkstoff Acequinocyl (in Deutschland seit 2008 zugelassen) verwendet. Dieses Akarizid enthält weder Schwefel noch Kupfer und ist somit wesentlich umweltverträglicher. Es gilt als nicht bienengefährlich und zeigt auch bei einem fortgeschrittenen Spinnmilbenbefall schnelle Erfolge.

Dr.Stähler Spinnmilbenfrei

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Raubmilben gegen Spinnmilben
  • neuartiges Akarizid wirkt umweltschonend, nicht bienengefährlich und trotzdem effektiv auch gegen bereits resistente Spinnmilben
  • Wirkstoff muss verdünnt und als Spritzmittel angewendet werden
  • in kurzen Intervallen gleichmäßig spritzen, vor allem die Blattunterseiten
  • Achtung: Akarizide wirken auch tödlich auf PP-Raubmilben!